Osteopathie - Was ist das?
Osteopathie ist eine Form der manuellen Therapie, deren Grundlage auf den allgemein anerkannten Prinzipien der Schulmedizin aufbaut. Kenntnisse in Anatomie, Physiologie und Pathologie sind für einen guten Osteopathen fundamentale Voraussetzung, um Störungen verstehen und behandeln zu können.
Aber Osteopathie ist noch mehr.
Für den osteopathisch ausgebildeten Therapeuten ist der Patient nicht nur eine Ansammlung von Krankheitsbildern und Symptomen, sondern ein Individuum, dessen Körper durch eine Störung aus dem Gleichgewicht gebracht worden ist. Unser Ziel ist es, die Ursache dieser Störung aufzuspüren. Das ist mit dem Schlagwort „ganzheitliche Behandlung“ gemeint, das sie vielleicht schon einmal gehört haben.
Was heißt das?
Nun, es kann durchaus sein, dass beispielsweise Ihre Rückenschmerzen von einer Zerrung im Fuß ausgelöst worden sind, die Sie sich schon vor Monaten beim Sport zugezogen haben und die Sie niemals mit ihren Rückenproblemen in Verbindung bringen würden. Eine Behandlung am Rücken könnte zwar die momentanen Schmerzen beseitigen, aber nicht die Ursache, welche die Schmerzen ausgelöst hat.
Als manuelle Therapeuten behandeln wir durch sanften Zug oder Druck auf Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder, Muskeln, Bindegewebe und Faszien und helfen dem Körper dadurch wieder in sein natürliches Gleichgewicht zu gelangen. Dazu braucht es Geduld, Erfahrung und Fingerspitzengefühl.
Was für Patienten manchmal aussieht wie „Handauflegen“, ist Diagnostik mit dem sensibelsten Instrument, das wir haben: Unseren Händen!
Osteopathie - Was geht und was nicht geht.
Nachfolgend eine Aufzählung von häufigen Beschwerdebildern. Sollten Sie Ihr Problem nicht in der Liste finden bedeutet das keineswegs, dass eine osteopathische Behandlung in Ihrem Fall nicht angezeigt wäre. Aus Platzgründen muss ich mich jedoch auf einen Überblick beschränken.
Orthopädie:
Rückenbeschwerden und Gelenkschmerzen,
akute Verletzungen /Zerrung, etc.),
Bandscheibenvorfall
Innere Medizin:
Beschwerden im Magen- und Darmtrakt,
Blähungen,
Sodbrennen,
Narbenschmerzen nach Operation
HNO- und Kieferorthopädie:
Kopfschmerzen und Migräne,
Gesichtsschmerzen,
Nasennebenhöhlenentzündungen,
Schwindel,
Trigeminisneuralgie
Urogenitalbereich:
Blasenbeschwerden,
Inkontinenz,
Nierenprobleme,
Prostatabeschwerden
Gynäkologie:
Menstruationsbeschwerden,
Vernarbungen und Verwachsungen im Bauchbereich
Neurologie:
Unfallfolgebeschwerden wie z.B. Bewusstlosigkeit,
Gehirnerschütterung,
Schleudertrauma
Bestimmte Krankheitsbilder wie z.B. Herzinfarkt, akute Infektionen, Tumorerkrankungen oder psychische Störungen sollten durch den entsprechenden Facharzt behandelt werden, lassen sich aber durch eine osteopathische Therapie unterstützend begleiten. Im Anamnesegespräch, das jeder Erstbehandlung vorausgeht, werde ich mit Ihnen klären, ob bei Ihnen Faktoren vorliegen, die eine Behandlung ausschließen.
Osteopathie & Schwangerschaft
Neben der regelmäßigen Kontrolle durch Ihren Gynäkologen bietet die osteopathiesche Behandlung für Mutter und Kind eine optimale Vorbereitung auf die Geburt. Durch das Lösen von Blockaden im Kreuzbein und Lendenwirbelbereich wird eine gute Mobilität im Becken und eine optimale Durchblutung der Gebärmutter gewährleistet. Das Zwerchfell, das bei der Geburt eine wichtige, stützende Rolle spielt, wird durch spezielle Griffe weicher und elastischer gemacht.
Die Entbindung kann durch die osteopathische Vorbereitung reibungsloser, sanfter und damit stressfreier gestaltet werden. Nach der Geburt lassen sich entstandene Verschiebungen und Dysbalancen im Körper wieder ausgleichen.
Osteopathie & Kinder
Bei der Geburt ist der Schädel noch weich und verformbar, um sich den beengten Platzverhältnissen anzupassen. Dadurch kann es bei der Entbindung zur Verschiebung von Schädelknochen kommen, die sich durch sanfte, osteopathische Griffe wieder in die richtige Lage bringen lassen. Besonders empfehlenswert ist eine Behandlung nach langen und schwierigen Geburten, Kaiserschnitten und Glocken- bzw. Zangengeburten.
Gute Erfolge lassen sich auch bei der Behandlung von Schreikindern und Spuckkindern und der Beseitigung von Schlafstörungen erzielen.
Kindern mit Konzentrationsstörungen oder sonstigen Verhaltensauffälligkeiten leiden oft unter nicht entdeckten körperlichen Spannungszuständen. Hier kann eine osteopathische Behandlung lösend und lindernd wirken.
